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Zahlen für Bohlen?

Viele von Euch werden es mitbekommen haben:
Anfang diesen Jahres hat die GEMA (Gesellschaft zur Wahrung Musikalischer Aufführungsrechte link zur gemawebsite) der Versuchsstation (in Persona: Kathrin) eine Reihe von Schreiben zugesandt, in denen die als Verein organisierten Tantiemen-Eintreiber darauf hinweisen, dass die öffentliche Aufführung von Musikstücken gebührenpflichtig sei. Nach einigem hin und her hat sich die Gema auf eine Forderung von
EUR 6.465,-
für das Jahr 2003 festgelegt, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass dieses Geld immerhin den Autorinnen und Autoren der in der Versuchsstation gespielten Musik zugute kommen würde...

Wir halten das für eine zumindest fragwürdige Aussage und möchten an dieser Stelle unsere Sicht auf die Dinge darstellen:

Zunächst einmal ist gegen die Arbeit der GEMA prinzipiell natürlich nichts einzuwenden. Niemand wird den Autorinnen und Autoren von Musik ihren gerechten Lohn vorenthalten wollen.
Aus dem rechts stehenden Zitat kann aber auch herausgelesen werden, dass die GEMA " Ihre Lizenzbeiträge an die Komponisten, Textdichter und Musikverleger..." weiterleitet, d.i.: an Alle. Natürlich muss die GEMA dabei einem durchführbaren Modus Operandi folgen und sie tut das, indem sie Schlüssel definiert, in denen die Ausschüttung ihrer Einnahmen vernünftig geregelt ist.
Der Schlüssel , nach dem die GEMA zur Zeit verfährt, legt fest, dass pauschal eingenommene Gelder nahezu vollständig an Komponisten und Textdichterinnen ausgeschüttet werden, die auch in den nicht pauschal (also auf Grund von Titellisten) am häufigsten auftauchen.
Auf deutsch: Wer besonders viel gespielt wird/einnimmt, bekommt auch den Löwenanteil der Pauschaleinnahmen.
Dabei geht die GEMA davon aus, das Kompositionen, die besonders oft im Radio/Fernsehen und bei grösseren Konzerten gespielt werden überall gern gehört und gespielt werden.

Wer das ist, kann in den Mediacontrol-Charts nachgesehen werden. In der Versuchsstation sind die meistgespielten Melodien jedoch bestenfalls als Parodie zu hören.

Wir halten es also für eher unwahrscheinlich, dass die Urheber der Musik, die in der Versuchsstation normalerweise gespielt wird, nach diesem Verteilungsschlüssel von den von uns an die GEMA zu zahlenden Geldern mehr als einen unbedeutenden Bruchteil bekommen.

Mit grosser Freude nehmen wir zur Kenntnis, das die GEMA-Satzung verspricht: " bei der Tarifgestaltung ...", auf "...kulturelle und soziale Belange " Rücksicht zu nehmen.
Besonders weil wir uns als eingetragener Verein in unserer Satzung dazu verpflichtet haben "nicht etablierte Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen" und mithin glauben, dass wir einen gewissen Anspruch auf die versprochenen Rücksichtnahme aus kulturellen Gründen haben.
Da wir als nichtkommerzielle Veranstaltung auch unsere Preise auf Kostendeckung kalkulieren, könnte vielleicht sogar eine Rücksicht aus sozialen Gründen für uns drin sein - zu bemerken ist dergleichen Rücksicht allerdings bei der Tarifgestaltung, mit der wir uns konfrontiert sehen eher weniger.

Betrachten wir einmal ein konkretes Beispiel:

Für eine Konzertveranstaltung mit CD-Auflegerei davor/danach berechnet die GEMA:

  • EUR 56,90 pauschal für Livemusik bei EUR 4,- Eintritt
  • EUR 68,28 pauschal für Tonträgermusik/Disko

Da zweigeteilte Veranstaltung nach einem Mischtarif abgerechnet werden, rechnen wir mit dem zweiten Wert, also mit ca 69,- Euro für eine Veranstaltung wie unsere Soliparty.
Bei der Soliparty gibt es 5-6 Auftritte unter Mitwirkung von insgesamt 10-15 unterschiedlichen Künstlerinnen/Künstlern. Die Auftretenden selbst bringen pro Person 1-2 Gäste mit, das ist absolut legitim, zumal sie ohne Gage auftreten, führt aber dazu, dass von den 40-50 Anwesenden bei der Soliparty nur 10-15 den Eintritt von EUR 4,- bezahlen müssen.
Die Abendkasse enthält also bestenfalls 40,- bis 60,- Euro, denen dann die oben genannten 69,- Euro GEMA-Gebühr gegenüberstehen...

Da wir keinen Gewinnbringenden Getränkeverkauf betreiben, würde die Zahlung der geforderten Gebühr also darauf hinauslaufen, dass wir als Verein nicht nur die Arbeit, die Raummiete, Stromrechnung etc zu tragen hätten, sondern wenigstens 9,- Euro bezahlen müssten, um die Soliparty überhaupt durchführen zu können.

Das scheint uns übrigens auch den Passus der Gema-Satzung zu berühren, der die Tarifgestaltung in eine angemessene Relation zum bei der "Werknutzung erzielten geldwerten Vorteil" zu bringen verspricht. Unser geldwerter Vorteil ist im Beispiel oben geringer, als die geforderte Gebühr - um dessen Höhe als " nicht angemessen " zu klassifizieren, genügt also eigentlich die Beherrschung der Grundrechenarten (für die allermeisten Veranstaltungen in der VS könnte man übrigens noch extremere Rechnungen aufstellen).

Da sind wir also, wenn die GEMA bei ihren jetzigen
Forderungen bleibt, können wir Euch keine Musik mehr
vorspielen, weil das nur noch mit absurd hohen
Eintrittspreisen bezahlbar wäre.
Hinzu kommt, dass wir (in Persona: Kathrin) natürlich nicht in
der Lage sind, die oben genannte Forderung zu begleichen.
Das hätten dann zur Folge, dass wir die Veranstaltungstätigkeit ganz einstellen müssten.

Wir würden gerne Eure Meinung zum Thema erfahren und
besonders die angeblich " Begünstigten " unter Euch
sprich: die Musikerinnen und Musiker würden uns sehr helfen,
wenn sie uns ihren Standpunkt mitteilen könnten.

Hoffentlich bis bald.
Eure VERSUCHSSTATION

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Zitate aus GEMA-Dokumenten

Aus der Selbstdarstellung

Zuerst hilft Ihnen die GEMA, alle Rechte zur Musiknutzung
unkompliziert zu erwerben.
Anschließend leiten wir
Ihre Lizenzbeiträge an die
Komponisten, Textdichter und Musikverleger
weiter.
 
 
 
 
 
 
verboten  
 
 
 
 
euronote
 
 
 
 
 

Aus der Satzung

Über Soziokulturelles

Die Verwertungsgesellschaft soll bei der
Tarifgestaltung und bei der Einziehung der
tariflichen Vergütung auf religiöse,
kulturelle und soziale Belange der zur Zahlung der
Vergütung Verpflichteten einschließlich der
Belange der Jugendpflege angemessene Rücksicht nehmen.

Über angemessene Preise

(3) Berechnungsgrundlage für die Tarife
sollen in der Regel die geldwerten - Vorteile sein,
die durch die Verwertung erzielt werden. Die Tarife können
sich auch auf andere Berechnungsgrundlagen stützen, wenn diese
ausreichende, mit einem wirtschaftlich vertretbaren
Aufwand zu erfassende Anhaltspunkte für die durch
die Verwertung erzielten Vorteile ergeben.
Bei der Tarifgestaltung ist auf den
Anteil der Werknutzung am
Gesamtumfang des Verwertungsvorganges
angemessen Rücksicht zu nehmen.


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